Mobilität

Es gibt mehrere Möglichkeiten der Fortbewegung, abhängig von der Strecke, die man zurücklegen will, der Zeit, die man dafür in Anspruch nehmen möchte/zur Verfügung hat, ob man etwas transportieren möchte etc. Folgende Fortbewegungsmöglichkeiten gibt es grundsätzlich:

  • Zu Fuß
  • Mit dem Fahrrad/Lastenrad
  • Fahrrad/Lastenrad mit E-Antrieb
  • Bus/Bahn/weitere öffentliche Verkehrsmittel
  • Auto
  • Flugzeug

All diese Möglichkeiten haben Vor- und Nachteile, nicht jedes Fortbewegungsmittel ist immer tauglich für das, was man vorhat. Dennoch „greift“ man häufig auf die Variante zu, die man als bequemer einschätzt und handelt so oft klima- und umweltschädlich. Als Beispiel: Mit dem Auto ein paar Straßen weiter zu fahren um eine Kleinigkeit abzuholen oder einzukaufen. Besonders in Städten ist das häufig mit einer frustrierenden Parkplatzsuche verbunden, man muss sich ständig drehen und fährt eigentlich nur im Kreis. Die Laune sinkt, die Benzinnadel ebenso, die Zeit rennt einem davon und wäre man schnell zu Fuß oder mit dem Fahrrad losgezogen, hätte man die Sache in kürzerer Zeit erledigen können. Nächstes Mal dann!

Elektrisch angetriebene Fahrräder oder auch Lastenräder sind eine gute Alternative, wenn man weitere Strecken zurücklegen möchte, aber das Auto mal zuhause bleiben soll. Lastenräder eignen sich besonders gut für Einkäufe, man kann eine große Menge fast unbemerkt transportieren und ist viel flexibler als mit dem PKW, umweltfreundlicher und hat gleichzeitig noch eine kleine Runde Sport getrieben (das gilt natürlich auch für die Optionen „zu Fuß“ oder „mit dem Fahrrad“). Dieser Aspekt ist auch nennenswert, da wir heutzutage mit Schreibtischberufen allgemein sehr wenig Bewegung haben. Hier und da mal auf das Rad oder die eigenen Beine zurückzugreifen ist nicht nur gut für die Umwelt, sondern auch für die Gesundheit und das Wohlbefinden!

Eine weitere Option ist der öffentliche Nahverkehr mit Bussen und Bahnen. Leider sind beide nicht immer verlässlich und finanziell sowie zeitlich gibt es oft viele Argumente gegen ihre Nutzung. Dennoch: wer viel innerhalb Deutschlands unterwegs ist sollte (definitiv) auf Inlandsflüge verzichten und sich mal tiefer in die Vorteile der Bahn Card 100 (oder 50 oder 25) einlesen. Eine kurze Rechenaufgabe wird zeigen, dass es finanziell vielleicht sogar rentabler ist, die Bahn zu nehmen. Vorteil hier: auf Langstrecken in der Bahn kann man gut lesen oder arbeiten, auf Flugreisen eher weniger und wenn man selbst den PKW fährt sowieso nicht. Auch beim zeitlichen Aspekt gewinnt vielleicht die Bahn, man sollte schließlich von Haustür zu Haustür rechnen und nicht die reine Flug-/Fahrzeit.

Wer doch einmal um den Planeten muss (aus welchem sehr wichtigen Grund auch immer), der sollte sich mal mit der Internetseite „atmosfair“ (1) beschäftigen. Durch das Zahlen eines bestimmten Betrags an diese non-profit Organisation (der Betrag wird anhand der mit dem Flugzeug zurückgelegten Kilometer errechnet) werden klimafreundliche Projekte unterstützt (und das persönliche Gewissen ein kleines Stück beruhigt). Klimafreundliche Projekte dürfen natürlich auch unabhängig von Flugreisen finanziell unterstützt werden. Großer Vorteil hier: Spenden sind von der Steuer absetzbar 😉

Freiwillig 120 auf Autobahnen

Wir hatten, wie viele unserer Freunde, schon lange das Gefühl, dass es ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen geben sollte. Das gibt es ja auch in den Nachbarländern und denen hat es auch nicht geschadet. Ein Tempolimit von 120 km/h würde die CO2-Emissionen aus dem Straßenverkehr senken – um 3 Millionen Tonnen jährlich, wie das Umwelt-Bundesamt berechnet hat  (2) – und außerdem Leben retten, denn, wie jeder weiß, ist überhöhte Geschwindigkeit die Ursache vieler tödlicher Unfälle. Irgendwann haben wir uns gefragt: Wenn wir ein Tempolimit von 120 befürworten, warum fahren wir dann selber 140??? Warum soll uns der Staat zu etwas zwingen, das wir auch freiwillig tun könnten?

Das denkt sich auch Piet der Pinguin auf seiner Eisscholle. Mit großer Sorge sieht er, wie in der wärmer werdenden Welt der Eisschild der Antarktis schmilzt und die Meere ansteigen. Und er sagt zu uns: Wartet nicht auf die Regierung – führt das Tempolimit selber ein!
Wir haben einen Traum: eine Autobahn voller „Pinguine“, damit jeder sehen kann: wir alle sind freie Wesen! Wir sind fähig, unser Verhalten freiwillig zu ändern, wenn es für eine lebenswerte Zukunft nötig ist. Dieser Traum ist vielleicht unrealistisch, aber dennoch: Solche Träume müssen wahr werden, um die Klimakatastrophe abzuwenden und eine bessere Zukunft zu erleben.

Flugverkehr und Erderwärmung: Check out!

Wenn wir die Erderwärmung bremsen wollen, dürfen wir das Thema Flugverkehr nicht aussparen. Obwohl es richtig weh tut. Wir haben uns daran gewöhnt, beruflich und zum Urlaubmachen völlig bedenkenlos ins Flugzeug zu steigen. Wochenendtrip und Kurzurlaub per Flugzeug, einmal die Woche mit dem Flugzeug geschäftlich nach Berlin, nach Afrika zur Safari (damit man auch einmal einen Elefanten fotografiert hat), zum Schnorcheln auf die Malediven (solange die Korallenriffe noch nicht der Erderwärmung zum Opfer gefallen sind), nach Australien zum Work and Travel nach dem Abitur, und so weiter. Klimaforscher fliegen auf Konferenzen, wo sie die dramatischen Auswirkungen eines „Weiter so“ in Sachen Emissionen heraufbeschwören. Natürlich kann man nicht einfach jeden Flugreisenden verurteilen: Gerade bei beruflich Reisenden liegt die Entscheidung oftmals gar nicht in der Hand des Einzelnen. Klimaforscher fliegen „für den Guten Zweck“. Aber seien wir mal ehrlich – der Großteil dient für viele von uns doch der Vergnügung oder Bequemlichkeit.

Was ist das Problem? Der Treibhauseffekt durch den Flugverkehr kommt nicht nur durch den CO2-Ausstoß zustande, sondern auch durch die ausgestoßenen Stickoxide und vor allem durch die Kondensstreifen aus Eiskristallen, welche dann als hohe Schleierwolken einen isolierenden Effekt haben. Laut einer Veröffentlichung des Umweltbundesamtes(3) ergibt dies einen Radiative Forcing Index von etwa 3 bis 5, das heißt, die Klimawirkung ist etwa 3- bis 5-mal so groß, wie sie durch den CO2-Ausstoß des Flugzeugs allein wäre. Aus Sicht der globalen Erwärmung ist die Produktion von Flugbenzin also so ungefähr das schlimmste, was man mit Erdöl anstellen kann!

Auf der Website von atmosfair (1) kann man sich die Klimawirkung eines geplanten Fluges berechnen lassen. Ein durchschnittlicher Flug für eine Person von Frankfurt nach Sydney/Australien und zurück mit Zwischenlandung in Dubai hat, unter Berücksichtigung aller Emissionen, die Klimawirkung von unglaublichen 10.638 kg CO2, also über 10 Tonnen CO2. Zum Vergleich: Die jährliche Pro-Kopf-CO2-Emission in Indien beträgt etwa 1,8 Tonnen (4). Das heißt, mit einer einzigen Flugreise tragen wir so viel zur Erderwärmung bei wie ein durchschnittlicher Bewohner Indiens durch alle seine Aktivitäten in fünf bis sechs Jahren.

Es muss also etwas geschehen. Wortreich zu beklagen, dass der Flugverkehr in Deutschland immer noch staatlich subventioniert wird – das tut uns selbst natürlich am wenigsten weh, bringt aber überhaupt nichts! Wer es nicht dabei belassen will, muss selber etwas tun. Bei Atmosfair C02-Kompensation zu bezahlen, ist schon ein kleines bisschen besser, aber auf die Dauer auch keine Lösung. Die beste und nachhaltigste Lösung ist, sich gar nicht mehr in den Flieger zu setzen, so wie es Klima-AktivistInnen wie Greta Thunberg vormachen. Konferenzen und Arbeitstreffen lassen sich online erledigen – das ist eine der guten Seiten der Digitalisierung. Und Abenteuerreisen kann man ohne Flugzeug ebenso gut oder noch besser erleben – vielleicht mit dem Check-out-Sticker von Pinguin Piet auf dem Koffer!